Tag eins von ...


Seid ihr auch im Homeoffice? Ungewohnt, oder? Stunden meines Lebens habe ich heute damit zugebracht, eine Verbindung zu meinem Bürocomputer herzustellen. Dort Windows hier Apple. Schlussendlich hat es funktioniert und ich habe meinen ersten (von wahrscheinlich vielen) Arbeitstag am heimischen Schreibtisch hinter mich gebracht.


Tipps wie man damit umgeht, gibt es genug. Einen habe ich auch wirklich umgesetzt: "Ziehe dich so an, als ob du zur Arbeit gehen würdest". Zuerst denkt man "Häh, hier sieht mich doch keiner". Und glaubt mir, ich bin wirklich diejenige, die am Wochenende drei viertel des Tages im Bademantel durch die Gegend schlurft, wenn sie nicht außer Haus muss.


Ich habe diesen Hinweis wirklich befolgt. Und es stimmt, man stimmt sich einfach anders auf die folgenden Stunden ein. Das heißt jetzt nicht, dass ihr im feinen Zwirn vorm Bildschirm sitzen müsst, aber wenigstens so, als ob ihr wirklich gleich auf die Straße möchtet. Der kleine Unterschied zwischen Freizeit und Arbeit.


Welchen Fehler habe ich gemacht? Keine Pausen. Wie festgenagelt in die Tastatur gehauen. Grober Fehler, denn die meisten Schreibtische sind nicht für Dauerbetrieb eingerichtet. Rückenschmerzen folgen. Denn, wenn der Job getan ist, sitzen wir immer noch. Jetzt kommt nämlich der ganze Privatkram: Photos bearbeiten, Blog und Newsletter schreiben, E-Mails beantworten etc.


Ach, ich vergaß. Einen zweiten Tipp habe ich doch noch mitgenommen: "schalte dein Handy aus". Die Versuchung, sich sinnlos online zu verirren ist groß. Telefonate kann man über das Festnetz führen bzw. per Mail mit den Kollegen in Kontakt treten. Der Produktivität ist das sehr förderlich.


Wie es weiter geht, weiß niemand. Das es immer noch Unverbesserliche gibt, sorgt für Verständnislosigkeit. Irgendwann sollte man es begriffen haben. Italien warnt uns die ganze Zeit. Vielleicht werden wir nicht so viele Todesfälle wie dort zu beklagen haben, aber jeder Tote ist einer zuviel. Wir sind mittendrin im Geschehen. Erst schien es wirklich weit weg, wir waren alle sorglos und haben es unterschätzt. Das.geht.nicht.mehr! Bleibt.Zuhause!


Ich würde gerne meine Kinder sehen, das Enkelkind, hier in Berlin. Es lernt gerade krabbeln. Ich wollte zur Geburt des zweiten in den nächsten Tagen nach Baden-Württemberg. Meine Eltern sitzen an der Nordsee. Nichts geht. Nur die Hoffnung, dass alle gesund bleiben.


Freunde in der Lombardei sind seit Wochen in ihren Wohnungen. Aber es geht ihnen gut. Sie klagen nicht, man steht untereinander in Verbindung. Am Leben zu bleiben, ist das Ziel. Was online geht, wird gemacht; der Rest wird sich irgendwann und irgendwie finden.


Es scheint die Sonne (wobei, am Freitag soll es regnen). Es lockt das Café. Aber das habe ich auch später noch. Und bis dahin werde ich mich morgens anziehen, mit meiner Tasse Kaffee bewaffnet Homeoffice betreiben und in der Pause, auf dem Balkon, die Nase Richtung Sonne strecken.

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